Jahresbericht der Präsidentin über das Jahr 2020 der Sektion Ostschweiz des Schweizerischen Marktverbandes

Dieses Jahr ist für die ganze Welt ein historisches Jahr. Die Pandemie des Sars COVID 19-Virus (Coronavirus SARS-CoV-2) hat die Herrschaft übernommen. Politik und Gesellschaft haben sich untergeordnet. Es ist völlig richtig, dass Menschenleben in einer Gesellschaft oberste Priorität haben.

Erst im historischen Rückblick kann bewertet werden, welche Entscheidungen richtig, und welche falsch waren.

Dieser Ansatz zur Bewältigung der Pandemie, die Gesundheit der Bevölkerung in den Fokus zu stellen, hat grosse Auswirkungen auf die Arbeitswelt und die Gesellschaft allgemein.

Schon im Januar 2020 hat man aus China verstörende Berichte über eine neue Virusvariante gehört, die tödlicher und ansteckender als alle bisherigen Varianten sei. Millionen von Menschen wurden in China eingesperrt und durften nicht mehr ins Freie. Die Meinung in Europa dazu war noch sehr naiv, und niemand konnte sich vorstellen, dass das auch bei uns passieren könnte.

Wir hatten im Januar eine interessante und gelungene HV in Teufen und Ende Februar folgte die GV, organisiert durch die Sektion Ostschweiz auf der Schwägalp. Es sollte für alle eine unvergessliche GV werden. Neben den üblichen Themen war sie es dann auch, aus zwei Gründen. Nummer 1: Die geplante Gipfelfahrt auf den Säntis für alle Teilnehmer fiel dem nächtlichen Sturm zum Opfer, der eine Kabine und das Seil beschädigt hat. Das wunderschöne Wetter und die tief verschneite Landschaft waren ein kleines Trostpflaster. Und Nummer 2 sollte uns das ganze Jahr, und noch weitere Jahre begleiten. Die Corona-Pandemie. Damals hiess es noch nicht Pandemie oder Epidemie. Es war einfach der Virus. Genau an diesem GV-Tag kamen die ersten Absagen von Grossveranstaltungen bei den Händlern im Saal an. Fasnacht in Bern und Basel. Gleich im Anschluss an die GV fand die erste Krisensitzung der Verbandsleitung statt. Es wurde besprochen, dass die Meldungen Besorgnis bei allen auslösen, jedoch nicht kopflos und ängstlich reagiert werden darf. In den Wochen darauf war dann alles abgesagt und der erste Lockdown wurde vom 16. März bis am 19. April 2020 verhängt. Das Arbeitsleben stand still und die Kontakte ausserhalb der Famillie waren untersagt.

Wir Markthändler hatten praktisch das ganze Jahr ein Arbeitsverbot und waren gefordert, Nischen und Möglichkeiten zu suchen, doch noch einen Verdienst zu erwirtschaften. Dank den vielfältigen Ideen der einzelnen Markthändler haben viele ihr Geschäft ins nächste Jahr gerettet.

Die Verbandsleitung hat mit Hochdruck den politischen Weg zur Bewältigung der Krise eingeschlagen. So waren die beiden Schaustellerverbände VSVS und SVS mit dem SMV zusammen am Verhandlungstisch in Bern mit den Bundesräten und dem Gewerbeverband. Unsere Berufsgruppen gehörten dank dem Verhandlungsgeschick unseres Vertreters Oskar Herzig zu den ersten, die Entschädigungszahlungen erhalten haben. Es war nie in Frage gestellt, dass wir zu den am stärksten Betroffenen gehören.

Natürlich gab es auch Kritik von Mitgliedern am politischen eingeschlagenen Weg zur Bewältigung der Krise und es wurde bemängelt, dass nicht die zweite Möglichkeit, eine schweizweite Demonstration unterstützt wurde. Die Verbandsleitung war der Meinung, dass ein solches Vorhaben, würde es durch den Verband unterstützt, den politischen Verhandlungen schaden könnte.

Erst im historischen Rückblick kann bewertet werden, welche Entscheidungen richtig, und welche falsch waren.

Ab dem 12. Mai 2020 waren dann durch Bundesratsbeschluss Märkte aller Art wieder erlaubt. Da kamen auf die Sektionsvorstände neue Aufgaben zu. Die Marktverantwortlichen mussten überzeugt werden, dass mit dem Schutzkonzept des Verbandes Märkte möglich sind. Anfangs waren mit den Vorgaben des Bundes, mit 4 Meter Abstand zwischen den Ständen, die Warenmärkte nicht durchführbar. Jedoch Wochenmäkte mit Lebensmitteln bescherten einen Funken Hoffnung, dass es besser werden würde.

Bald wurde es zur Gewissheit, dass die grossen Jahrmärkte, Kilbis und Feste im Sommer nicht stattfinden. Alle hofften vorerst auf den Herbst, bis auch da dann alles abgesagt wurde. Noch bestand eine kleine Hoffnung auf die Weihnachtsmärkte. Aber schon im Frühherbst kamen die Absagen. Der Vorstand hat mit wenig Erfolg versucht, wenigstens die kleinen Märkte und Kilbis zu retten. Die Angst der Verantwortlichen, zu einem Hotspot des Corona-Geschehens zu werden, war jedoch meistens viel zu gross.

Es gab einige Lichtblicke in dieser schweren Zeit. Es gab Marktverantwortliche, die uns Arbeitsmöglichkeiten zur Verfügung stellten. Die Sektion Ostschweiz konnte so einzelne Märkte mit den geltenden Schutzkonzepten mit Erfolg selbst durchführen und den Markthändlern eine Verdienstmöglichkeit bieten. So der Sommernachtsmarkt und der Augstamarkt in Altstätten, der Markt in Degersheim und der Herbstjahrmarkt Spezial in St. Gallen. Wir konnten die Gemeinden beraten, wie ein Markt mit Schutzkonzept gestaltet werden kann. Die teilnehmenden Händler hatten Freude, wieder einmal Marktleben geniessen zu können und haben den Kontakt mit den Kunden geschätzt. Leider waren an diesen ausserordentlichen Märkten die Umsätze nicht besonders. Es kamen trotz allem durchwegs positive Rückmeldungen in den Medien.

Am 15. September 2020 konnten wir in Altstätten unsere Sektionsversammlung abhalten. Die Schutzkonzepte für so eine Veranstaltung waren noch sehr einfach. Der Saal musste gross genug sein, man musste lüften und durfte sich die Hand nicht geben. Wir konnten sogar gemeinsam Abendessen. Es galt noch keine Maskenpflicht.

Allerdings wurden die Pandemie-Massnahmen auf den Märkten von einer Gruppe Mitglieder stark kritisiert. Auch auf den Märkten selbst, wurden von diesen Mitgliedern die vorgeschriebenen Massnahmen teilweise nicht eingehalten. Das führte zu Kritik am Verband, dass unter diesen Umstäden sicher keine Märkte mehr durchgeführt würden. Zu reden gab vor allem die Maskenpflicht. Für den Sektionsvorstand hat oberste Priorität, dass Märkte mit den geltenden Vorschriften durchgeführt werden können. Wenn dazu eine Maskenpflicht gehört, wird dies an Märkten selbstverständlich von allen Teilnehmenden eingehalten. Wer sich nicht an die Vorschriften halten will, kann an Märkten nicht teilnehmen.

Erst im historischen Rückblick kann bewertet werden, welche Entscheidungen richtig, und welche falsch waren.

Die Sektionsmärkte wurden, wo immer es die Möglichkeit gab, durchgeführt. Abgesagt werden mussten: alle Frühlingsmärkte, Gossau, Wattwil, Stein am Rhein, Niederuzwil und der Weihnachtsmarkt in St. Gallen.

Was war die Aufgabe des Vorstandes in dieser schwierigen Zeit? Wir waren Ansprechpartner für Mitglieder und Marktchefs. Unser Sekretät Peter Hutter hat sich zu einem Spezialisten für Entschädigungs- und Härtefallzahlungen entwickelt. Er konnte jederzeit bis ins Detail Auskünfte erteilen. Der Vorstand hat bei den Regierungen der Kantone St. Gallen und Thurgau interveniert, als sich herausstellte, dass deren Voraussetzungen für Härtefallunterstützungen für viele Markthändler nicht erfüllbar waren. Im Weiteren hat Peter Hutter dafür gesorgt, dass Neuigkeiten aus dem Verband und der Sektion sowie vom BAG immer fristgerecht per Mail bei den Mitgliedern angekommen sind. Die Marktchefs des Sektionsgebietes wurden über die Schutzkonzepte des Verbandes informiert. Schwierig dabei war, dass immer wieder neue Richtlinien vom BAG herausgegeben wurden.

Der Vorstand konnte sich bei der 5-Personenregel aus höchsten 2 Haushalten nicht mehr treffen und musste sich auf Mail- und WhatsApp-Kontakt verlassen. Auch Telefonkonferenzen wurden abgehalten. So war sichergestellt, dass die anfallenden Aufgaben erledigt werden konnten. Wir haben aber festgestellt, dass die persönliche direkte Diskussion immer die besten Ergebnisse bringt.

Ich möchte mich bei allen bedanken, die die Arbeit des Vorstandes unterstützt und mitgeholfen haben, dieses schwierige Jahr zu bewältigen und den Schaden so gering wie möglich zu halten.

Eure Präsidentin

Hiltrud Frei




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